Puuuh, am heutigen Sonntag liegen die Temperaturen in Antalya wieder einmal um die 40° C. In der Nacht soll es in den Bergen irgendwo geregnet haben. Dadurch ist die Luftfeuchtigkeit schon am Morgen in anstrengende Höhen gestiegen. Ich bereite das türkische Frühstück vor, wie jeden Morgen auf dem vormittags angenehm im Schatten liegenden Balkon. Während ich also das Geschirr und Besteck sowie die wunderbaren kleinen Frühstücksleckereien eines türkischen Frühstücks nach draußen trage, legt sich die feuchte Luft schon wie ein Film auf meine Haut. So geht das nicht. Also gut, schnell umdisponiert und im Wohnzimmer die Klimaanlage angeschaltet. Der Esstisch hier wird heute unsere Frühstückstafel.

Und dann? Was macht man mit so einem entspannten Sonntag, wenn man den Strand meidet, weil man Kampfbräunen langweilig findet und die Strände eh in der Hochsaison zwischen Mitte Juni und Mitte September sonntags überfüllter sind als an anderen Tagen?

Natürlich, Sie sind gleich drauf gekommen. Wir gehen in die Küche und kochen türkische Hausmannskost!

Heute haben wir gefüllte Weinblätter und Paprika gekocht.

Heute aus Nilgüns Küche: Yaprak Sarmasi – Gefüllte Weinblätter & Biber Dolmasi – Gefüllte Paprika

 

Sarma und Dolma sind eine sehr beliebte Spezialität in der Türkei.  Traditionell werden sie als warme oder kalte Vorspeise im Rahmen der Meze (= türkische Vorspeisen) gereicht.

Sarma ist im Türkischen die abgekürzte Form von sarmak = einwickeln, bei dem eine Reismasse mit vielen Zutaten in Weinblätter (= yaprak) eingerollt wird.

Da die Paprika (= biber) befüllt werden, nennt man sie hier Dolma, das kommt vom türkischen dolmak = voll, füllen. Dolma kann man auch mit Auberginen, Zucchini oder anderen Gemüse anstelle der Paprika herstellen.

Dieses leckere Gericht gibt es auch in anderen orientalischen Ländern sowie in Griechenland, es wird dort aber ausschließlich Dolma genannt. Die Bezeichnung wurde in den anderen Ländern aus dem Türkischen übernommen und immer leicht der jeweilige Sprache angepasst. So heißt die Spezialität zum Beispiel in Griechenland dolmades.

Es gibt unglaublich viele Varianten dieses Rezeptes. Ich glaube, jede Türkin und jeder moderne türkische Mann, die etwas auf ihre Küche halten, haben einen eigenen kleinen Geheimtipp in der Zutatenliste, um ihre Sarmas unvergleichbar zu machen.

Wenn Sie das lesen und selbst noch einige Ideen für eine tolle Sarma- oder Dolma-Variante haben, freuen wir uns auf Ihre Vorschläge! Unter dem Rezept gibt es einen Kommentarbereich, in den Sie Ihre Tipps eintragen können. Den besten Tipp kochen wir nach und veröffentlichen ihn!Stephanie Gräf, Reiseexpertin

Rezept für Yaprak Sarmasi (Gefüllte Weinblätter) und Biber Sarmasi (Gefüllte Paprika)

Nilgün und ich haben uns also nach dem Frühstück in die Küche gestellt und gekocht. Das heißt, eigentlich hat Nilgün gekocht und ich habe die Fotos gemacht und natürlich probiert. Das ist ja auch kein zu unterschätzender Job ;-).

Ach ja, wir sind dann doch noch kurz raus, um in Nachbars Garten Weinblätter zu klauen (pssst!, nicht verraten). Dann haben wir frische grüne Paprikaschoten von Nilgüns eigenem Strauch am Balkon gepflückt, den Sie dort mit viel Liebe zum Ranken gebracht hat.

Was brauchen wir noch?

√ 3 – 4 große Zwiebeln

√ eine Prise Zucker

√ 1/2 Teetasse (das ist im Türkichen ja dieses taillierte Teeglas) gutes, natives Olivenöl

√ 1 großer Esslöffel Pinienkerne

√ ca. 250 gr Reis (ungekocht)

√ 1 großer Esslöffel Korinthen

Kräuter: 1/2 Bund Dill, 1/2 Bund Petersilie, 1/2 Bund Pfefferminze, alles klein gehackt

√ Gewürze: nach Belieben Salz, Pfeffer, Yenibahar (fertige Gewürzmischung bestehend aus Nelke, Zimt usw.)

√ Eine Zitronenscheibe und etwas Zitronensaft

Zubereitung für Yaprak Sarmasi & Biber Sarmasi

Zubereitung:

1. Die Weinblätter gut waschen und in warmes Salzwasser einlegen.

2. Schneiden Sie bei der Paprika den Kopf ab und höhlen Sie sie aus, dann von innen auswaschen.

3. Zunächst einmal werden die Zwiebeln klein gehackt und zusammen mit der Prise Zucker und dem Olivenöl in einem Topf gedünstet. Die Zwiebeln müssen so richtig schön glasig aussehen.

4. Anschließend kommen die Pinienkerne hinzu und es wird weiter gedünstet, bis die Pinienkerne ein wenig dunkle Farbe angenommen haben.

5. Füllen Sie dann den Reis dazu sowie die Kräuter und Gewürze.

6. Rühren Sie alles gut um.

7. Wir haben dann noch 4 kleine Tomaten gerieben und der Masse hinzugefügt. Das gibt noch einmal einen kleinen Feuchtigkeitskick.

8. 200 ml Wasser hinzugießen und alles gut umrühren.

9. Nun den Herd ausschalten und alles ca. 1/2 – 1 Stunde gut durchziehen lassen.

10. Füllen Sie die Reismasse nun in die oben offenen Paprikaschoten. Nicht ganz vollmachen, denn der Reis wird sich beim späteren Schmoren noch ausdehnen.

11. Für das Einwickeln in die Weinblätter erklärt Nilgün eine tolle Technik: Nehmen Sie eine Butterbrottüte aus Plastik und legen Sie sie flach auf die Arbeitsfläche. Dann legen Sie ein Weinblatt darauf, so dass die gerade Seite zu Ihnen zeigt. Füllen Sie nun ein wenig Reismasse waagerecht auf das Blatt und knicken Sie die rechte und linke Seite des Blattes ein Stück darüber, damit die Masse an den Seiten nicht herausquillt. Anschließend rollen Sie das untere Ende einmal darüber. Nun kommt die Tüte ins Spiel: Hallten Sie das leicht eingerollte Blatt mit der linken Hand an der Falz fest und schieben Sie mit der rechten Hand die Tüte von vorne darunter. Dann ziehen Sie die Tüte mit der Rechten Hand nach hinten, während die linke Hand die Rolle richtig fest hält. So gibt eine perfekte Sarma-Rolle  😀

12. Nun nehmen Sie einen Schmortopf, der genau so groß ist, dass Sie die gefüllten Weinblätter und Paprika hineinstellen können. Der Topf sollte nicht größer sein, als die Menge an Material, damit es während des nun folgenden Schmorvorganges nicht umfallen kann. Bedecken Sie den Boden mit Wasser oder Gemüsebrühe und lassen Sie alles ca. 40 – 45 Minuten schmoren, bis die Paprika schön weich und der Reis gar ist.

„Afiyet olsun“ heißt Guten Appetit!