
Die Osterinsel: Alles, was Sie über Rapa Nui wissen müssen
“Da wollte ich immer schon einmal hin!” oder “Die steht auch noch auf meiner Bucketlist!”.
So oder so höre ich jeden, mit dem ich über meine Osterinsel-Reise spreche.
Und erst vor ein paar Wochen hat mich ein Ehepaar kontaktiert, das es jetzt endlich wahrmachen möchte, wovon sie schon so lange träumen! Mit 84 Jahren habe ich für Sie die Reise ihres Lebens zur Osterinsel gebucht.
Sie sollten nicht so lange warten, bis Sie die Osterinsel besuchen.
Trotz ihrer Abgeschiedenheit ca. 3.700 Kilometer vom chilenischen Festland Richtung Südsee entfernt, ist sie einfach per LATAM-Flug zu erreichen. Täglich geht ein Flug von der chilenischen Hauptstadt Santiago aus auf die Insel.
Hier erfahren Sie mehr über die berühmten Moai-Statuen, die Geschichte der Insel und ihre wichtigsten Sehenswürdigkeiten.
Die Osterinsel kurz erklärt
- Isolierte Vulkaninsel im Südostpazifik
- Politisch Teil Chiles, kulturell Teil Polynesiens
- Rund 900 Moai-Statuen
- 7.750 Einwohner im Zensus 2017, Hauptort Hanga Roa
- Nationalpark Rapa Nui seit 1995 UNESCO-Welterbe
Osterinsel oder Osterinseln?
Im Deutschen begegnen einem beide Formen. Gemeint ist in der Regel dieselbe Insel: die Isla de Pascua, auf Polynesisch Rapa Nui. Genau genommen besteht das Territorium aus der Hauptinsel und drei kleinen vorgelagerten Felsinseln an der Südwestspitze: Motu Nui, Motu Iti und Motu Kau Kau. Beide Bezeichnungen sind im Deutschen gebräuchlich.
Wo liegt die Osterinsel?
Die Osterinsel liegt im Südostpazifik und gehört politisch zu Chile. Sie befindet sich etwa 3.700 Kilometer von der südamerikanischen Küste entfernt, zur nächsten bewohnten Insel, Pitcairn, sind es noch rund 2.000 Kilometer. Geographisch zählt sie zu Polynesien – in einer Reihe mit Tahiti, Bora Bora und Moorea.

Flugkarte Santiago – Osterinsel | © Stephanie Gräf
Die Insel hat grob die Form eines Dreiecks, dessen drei Eckpunkte erloschene Vulkane markieren: Rano Kao im Südwesten, Poike im Osten, Maunga Terevaka im Norden mit rund 600 Metern als höchste Erhebung. Sie misst knapp 163 Quadratkilometer. Die Küste fällt steil bis zu 3.000 Metern Meerestiefe ab – kein Korallenriff, nur Fels und Ozean.
An der Nordküste liegt Anakena, mehr dazu im Abschnitt “Sehenswürdigkeiten”.

Karte der Osterinsel | © inventia / Mapstudio
1722: Ein Ostersonntag gibt der Insel ihren Namen
Am 5. April 1722, einem Ostersonntag, sichtete der niederländische Seefahrer Jakob Roggeveen als erster Europäer die Insel. Mit den Schiffen Arend, Thienhoven und Africaansche Galey hatte er die niederländischen Häfen verlassen, Kap Hoorn umrundet und war dann auf den Pazifik zugesteuert. Er nannte die Insel Paasch Eyland – Osterinsel.
Der mitgereiste Deutsche Carl Friedrich Behrens schrieb einen frühen Bericht, der die Insel und ihre Statuen in Europa bekannt machte. Die Polynesier hatten Rapa Nui allerdings längst gefunden. Nach heutigem Forschungsstand erfolgte die Besiedlung wahrscheinlich um 1200 n. Chr.; zur frühen Datierung gibt es in der Forschung unterschiedliche Angaben. Sie kamen mit Auslegerkanus und lebten über viele Generationen ohne Kontakt zur restlichen Welt. Diese Isolation formte ihre Sprache, ihre Kultur und die Moai.
Die Moai: Die berühmten Steinstatuen
Rund 900 Moai-Statuen stehen oder lagen einst auf der Osterinsel – und sie sind der Grund, warum die meisten Menschen von dieser Insel gehört haben. Die größten messen bis zu 20 Meter, die schwersten wiegen rund 80 Tonnen. Gemeißelt aus dem Tuffstein des Vulkankraters Rano Raraku, mit Werkzeugen aus hartem Basalt. Wie die Statuen von dort zu ihren Aufstellungsorten gelangten, ist bis heute Gegenstand der Forschung.

Moai mit Pukao, Ahu Nau Nau, Anakena | © Stephanie Gräf
Was bedeuten die Moai?
Die Statuen repräsentieren wahrscheinlich vergöttlichte Vorfahren des Rapanui-Volkes. Die meisten stehen auf zeremoniellen Plattformen, den Ahu, mit dem Rücken zum Meer – als Wächter über die Lebenden. Es gibt Ausnahmen: Die sieben Moai des Ahu Akivi blicken als eine der wenigen Gruppen aufs Meer hinaus.
Im Volksmund werden die Moai oft „Steinköpfe” genannt – ein verbreiteter Irrtum. Alle Moai haben einen vollständigen Körper. Viele sind über Jahrhunderte von Sediment umgeben worden, sodass heute teils nur die Köpfe sichtbar sind.
Der Nationalpark Rapa Nui, der weite Teile der Insel umfasst, ist seit 1995 UNESCO-Welterbe. Er schützt nicht nur die Moai-Stätten, sondern auch Höhlen, Felsritzungen und Kraterseen.
Sehenswürdigkeiten auf der Osterinsel
Stellen Sie sich vor, wie Sie im Morgengrauen vor 15 steinernen Giganten stehen, das Licht der aufgehenden Sonne trifft ihre Gesichter, hinter Ihnen der Pazifik. Das ist Ahu Tongariki – und das ist nur einer von vielen Momenten, die eine Reise auf die Osterinsel so unvergesslich machen.
Ahu Tongariki
Die größte restaurierte Moai-Anlage der Osterinsel: 15 Figuren auf einem Ahu direkt am Meer, jede davon mehrere Meter hoch. Bei Sonnenaufgang liegt das Licht direkt auf den Gesichtern der Statuen – wer früh aufsteht, erlebt einen der beeindruckendsten Momente der Insel. Ahu Tongariki war Mitte der 1990er Jahre nach einem Tsunami weitgehend zerstört; ein japanisches Restaurierungsprojekt stellte die Anlage wieder her. Dass sie heute so dasteht, ist selbst eine Geschichte.

Moai-Reihe, Ahu Tongariki | © Stephanie Gräf
Rano Raraku
Der Vulkankrater, aus dem fast alle Moai der Insel stammen. Wer hier steht, steht mitten in der Werkstatt: Halbfertige Statuen stecken noch im Hang, manche vom Sediment bis zur Schulter umgeben, in verschiedenen Fertigungsstadien. Eine der größten unvollendeten Figuren misst rund 21 Meter, sie wurde nie abtransportiert. Der Ort wirkt, als wäre die Arbeit eines Tages einfach stehengeblieben. Warum genau, ist bis heute nicht abschließend geklärt.
Rano Kau
Erloschener Vulkan im Südwesten mit einem rund 1,5 Kilometer breiten Kratersee, dessen Rand man zu Fuß entlanglaufen kann – Blick auf den Ozean auf der einen, den Kratersee auf der anderen Seite. Das Zeremonialzentrum Orongo liegt direkt am Kraterrand: steinerne Häuser, Felsritzungen und der Ort des Vogelmann-Rituals, bei dem Vertreter der Stämme in einem jährlichen Wettkampf gegeneinander antraten.
Anakena
Der einzige echte Sandstrand der Osterinsel, an der Nordküste gelegen. Bewacht wird er von der Moai-Gruppe Ahu Nau Nau – zu den am besten erhaltenen Statuen der Insel, weil sie lange im Sand begraben waren. Überlieferungen zufolge landete hier König Hotu Matua, der mythische Gründer des Rapanui-Volkes, an Land. Wer nach einem Tag zwischen Kratern und Statuen ins Meer möchte: hier geht es.

Anakena – der einzige Sandstrand der Osterinsel | © Stephanie Gräf
Museo Antropológico Sebastián Englert
Das Museum in Hanga Roa dokumentiert die Geschichte und Kultur von Rapa Nui. Wer es vor dem Besuch der Stätten aufsucht, versteht die Zusammenhänge zwischen Moai, Ahu und der gesellschaftlichen Struktur der Rapanui besser – vieles erschließt sich vor den Exponaten klarer als draußen an den Stätten selbst.
Weitere Highlights
Darüber hinaus lohnen sich Tahai – drei Ahu fußläufig von Hanga Roa mit dem einzigen Moai mit rekonstruierten Augen –, die Lavahöhlen Ana Te Pahu und Ana Kakenga an der Nordküste sowie abseits der Standardroute versteckte Stätten wie Papa Vaka mit seinen Petroglyphen, Ahu Huri a Urenga – der einzige Moai mit zwei Händepaaren, astronomisch auf den Sonnenaufgang der Wintersonnenwende ausgerichtet – und Fundo Vaitea, die Ruinen der Schafzucht-Ranch, die die Insel rund 50 Jahre pachtete.
Geschichte von Rapa Nui: Isolation, Sklaverei, Staatsbürgerschaft
Aus der polynesischen Herkunftssprache entwickelte sich auf der Insel über Jahrhunderte Rapanui – eine eigenständige Sprache, die eng mit der Osterinsel verbunden ist und heute immer weniger gesprochen wird.
Die Geschichte von Rapa Nui durchläuft einschneidende Phasen. Im 19. Jahrhundert verschleppten peruanische Sklavenhändler einen Großteil der Bevölkerung. Eingeschleppte Krankheiten reduzierten die verbliebenen Einwohner weiter drastisch.
1888 annektierte Chile das Territorium und verpachtete es an Schafzüchter; die wenigen Überlebenden wurden faktisch auf Hanga Roa beschränkt. 1966 erhielten sie mit der Ley Pascua die chilenische Staatsbürgerschaft.
Im Zensus 2002 lebten rund 3.300 Menschen auf der Insel, bis 2017 hatte sich diese Zahl mehr als verdoppelt. Viele Rapanui beobachten diese Entwicklung aufmerksam: die eigene Sprache, die eigene Kultur, das eigene Land befinden sich im Wandel. Jedes Jahr im Februar macht das Tapati Rapa Nui diese Kultur sichtbar, mit traditionellen Wettkämpfen, Kanurennen, Bodypainting und Gesang, bei denen die gesamte Insel mitmacht.
Kann man zur Osterinsel reisen?
Ja. Der reguläre Weg führt über den Luftweg: LATAM Airlines verbindet Santiago de Chile mit dem Mataveri International Airport bei Hanga Roa. Eine reguläre Schiffsverbindung existiert nicht.
Seit 2022 gelten für die Einreise nach Rapa Nui besondere Regeln: Besucher müssen sich vorab online registrieren und einen Aufenthaltszeitraum angeben. Die Insel begrenzt die Besucherzahl bewusst, um Umwelt und Kultur zu schützen.
Als Reiseexpertin bei inventia begleite ich Sie gerne bei der Planung Ihres Osterinsel-Urlaubs – ob als Kurztrip, als Teil einer Chile-Rundreise oder kombiniert mit Patagonien oder der Atacama.
Haben Sie Fragen zur Reiseplanung? Ich freue mich auf Ihre Anfrage.
Ihre Stephanie Gräf
Die häufigsten Fragen zur Osterinsel
Was ist besonders an der Osterinsel?
Die Kombination aus extremer Lage im Pazifik, rund 900 Moai-Statuen und einer über Jahrhunderte isolierten polynesischen Kultur macht Rapa Nui zu einem der ungewöhnlichsten Orte der Welt. Diese Verbindung aus Abgeschiedenheit, archäologischer Dichte und lebendiger Kultur ist außergewöhnlich.
Warum heißt die Osterinsel so?
Der niederländische Seefahrer Jakob Roggeveen entdeckte die Insel am 5. April 1722 – einem Ostersonntag. Er nannte sie Paasch Eyland, Osterinsel. Der Name blieb, obwohl die Ureinwohner ihre Insel seit jeher Rapa Nui nennen.
Sind die Moai wirklich nur Steinköpfe?
Nein. Die Bezeichnung „Steinköpfe der Osterinsel” ist ein verbreiteter Irrtum. Alle Moai haben einen vollständigen Körper – Schultern, Arme, Hände, teilweise eingeritzte Motive auf dem Rücken. Viele Statuen sind über Jahrhunderte von Sediment umgeben worden, sodass heute teils nur die Köpfe sichtbar sind. Ausgrabungen am Rano Raraku haben die Körper freigelegt und dokumentiert.
Gehört Rapa Nui zu Chile?
Ja. Chile annektierte die Insel 1888. Sie ist heute eine Provinz der chilenischen Region Valparaíso. Geographisch und kulturell gehört sie jedoch zu Polynesien – die Rapanui sind ein polynesisches Volk, ihre Sprache ist mit dem Maori aus Neuseeland und dem Hawaiianischen verwandt.
Warum darf man die Moai nicht berühren?
Die Statuen sind für die Rapanui keine touristischen Objekte, sondern Verkörperungen ihrer Vorfahren – sie gelten als heilig. Berühren beschädigt den oft fragilen Stein und verletzt den kulturellen Respekt, den die Insel einfordert. Der Nationalpark Rapa Nui ahndet Verstöße.
Welche Sprache spricht man auf der Osterinsel?
Die Amtssprache ist Spanisch. Viele Einheimische sprechen daneben Rapanui, eine polynesische Sprache, die sich über Jahrhunderte der Isolation eigenständig entwickelt hat und heute als gefährdet gilt.
Wer lebt auf der Insel?
Im Zensus 2017 wurden 7.750 Menschen erfasst, davon ein Teil Nachfahren der ursprünglichen Rapanui-Bevölkerung, ein wachsender Teil Zugezogene vom chilenischen Festland. Die meisten leben in Hanga Roa, dem einzigen Ort der Insel.

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Stephanie Gräf
Reiseexpertin, inventia | Reisen jenseits vom Mittelmaß
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