
Antarktis: Alles, was Sie über die Drake-Passage wissen müssen
Zu einer Reise in die Antarktis gehört die knapp zweitägige Durchfahrt der Drake-Passage. Zumindest, wenn Sie sich, wie der Großteil der Reisenden, für die kürzeste Land-zu-Land-Verbindung von der Südspitze Südamerikas zur antarktischen Halbinsel entscheiden.
Die Drake-Straße ist nicht nur berühmt, sondern auch berüchtigt: nämlich für ihre raue See mit gewaltigen Wellen und Winden. Es kann ein unwirtlicher Weg zur antarktischen Halbinsel sein, in jedem Fall aber ist die Durchquerung ein einzigartiges Erlebnis, bei dem der Weg schon ein Teil des Ziels ist.
In diesem Artikel erfahren Sie alles, was Sie über die Drake-Passage wissen müssen, inklusive drei Insider-Tipps für die Durchfahrt.
Was ist die Drake-Passage?
Die Drake-Passage gilt als die wohl härteste Schifffahrtsroute der Welt und die stürmischste Meeresstraße der Antarktis. Sie verläuft zwischen der Südspitze Südamerikas mit dem Kap Hoorn und dem nördlichsten Teil der Antarktischen Halbinsel mit den Süd-Shetlandinseln.
Die an der engsten Stelle 820 km breite Drake-Passage verbindet den Südlichen, Pazifischen und Atlantischen Ozean miteinander. Sie ist die breiteste und mit 5 000 Metern tiefste Meerespassage der Welt.
Die Drake-Passage ist fast frei von Inseln. So kann der Antarktische Zirkumpolarstrom als einzige Meeresströmung den gesamten Globus umfließen. Dies verhindert das Vordringen wärmeren Wassers an die antarktische Küste und ermöglicht so erst die Ausbildung der gewaltigen Eiskappe.
Warum ist die Drake-Straße so wild?
Diese letzte Wasserstrecke zwischen Südamerika und der Antarktis kann extrem rau sein. Wo drei so gewaltige Weltmeere aufeinandertreffen und sich die kältere, dichtere Wasserschicht der Antarktis unter das warme Wasser Südamerikas schiebt, entsteht die stärkste Meeresströmung der Welt: 40 Knoten (46 mph) an ihrem Höhepunkt!
Da jegliche Landmassen fehlen, die die durch Tiefdruckgebiete erzeugten Winde abbremsen könnten, kann es schon mal stürmisch werden: In der Drake-Passage sind Wellenhöhen von bis zu zehn Metern Höhe durchaus an der Tagesordnung. Die sich überschlagenden Wassermassen bringen Krill und Plankton an die Oberfläche und sorgen für Schlemmerwochen bei Walen und Seevögeln.
Woher kommt der Name Drake-Passage?
Namensgeber der Drake-Passage ist übrigens der englische Weltumsegler Sir Francis Drake. In Expeditionskreisen wird sie deshalb kurz „The Drake“ genannt. Inzwischen ist jedoch gar nicht mehr sicher, ob Sir Francis damals wirklich durch die heutige Drake-Passage segelte.
Beim Überqueren der Magellanstraße im Jahr 1578 wurde eines von Drakes Schiffen weit nach Süden geweht, wodurch er nahe genug herankam, um die Passage tatsächlich zu entdecken – vielleicht war er aber auch ganz woanders.
Die erste belegte Überfahrt erfolgte erst 1616 (und damit 20 Jahre nach Drakes Tod) durch den Niederländer Willem Schouten. Ihren heutigen Namen erhielt die Drakestraße später vom berühmten Antarktisforscher Ernest Shackleton.
Im 19. Jahrhundert hatte „The Drake“ sogar einen eigenen VIP-Club! Seeleute, die die wilde Meerenge passierten, wurden mit einem Kupferohrring belohnt, der auf der einen Seite ein Bild von Kap Hoorn und auf der anderen das Sternbild Kreuz des Südens zeigte. Dieser „Gutschein“ berechtigte sie zu einem kostenlosen Glas Whisky in jeder Taverne.
Die Drake-Passage als Tor zur Antarktis
Die Drake-Passage ist einerseits eine der wichtigsten globalen Handelsrouten. Sie wird von solchen Schiffen passiert, die zu breit für die Schleusen des Panamakanals sind. Gleichzeitig ist sie für viele Reisende das Tor zur Antarktis. Denn sie ist die kürzeste Land-zu-Land-Verbindung in die Antarktis. Wer seine Schiffsreise in Südafrika, Neuseeland oder Tasmanien startet, ist deutlich länger unterwegs.
Die Antarktis kostet keinen Eintritt. Der Preis ist die Drake-Passage.
Eine Schiffsreise durch die Drake-Passage ist ein einzigartiger Start Ihrer Antarktis-Expedition. Trotz der ungebändigten Natur ist die Durchfahrt heute jedoch sicher: Wo früher noch zahlreiche Segelschiffe zerschellt sind, halten heutige Expeditionsschiffe Wind und Wetter problemlos stand.
Digitale Wetterüberwachungssysteme zeigen schon Tage im Voraus an, wie die Durchfahrt verlaufen wird. Erfahrene Kapitäne und ihre Crew wissen genau, was sie ihren Schiffen, den Passagieren und nicht zuletzt sich selbst zumuten können, und passen die Route jederzeit den Wetterbedingungen an. Modernste Schiffsstabilisatoren wirken dem Seegang entgegen und sorgen dafür, dass das Schiff in Wind und Seegang stabil auf Kurs bleibt.
Drake Shake or Drake Lake?
Wenn Sie sich mit dem Weg in die Antarktis beschäftigen, kommen Sie an den beiden Bezeichnungen „Drake Shake“ und „Drake Lake“ nicht vorbei. Was hat es damit auf sich?
- Drake Shake: Beim berühmten „Drake Shake“ werden Sie die Elemente hautnah erleben und ordentlich von Wind und Wellen durchgeschüttelt werden. Windstärke 10 – in der Beaufortskala auch als „schwerer Sturm“ bezeichnet – ist hier völlig normal.
- Drake Lake: Nicht jede Fahrt durch die Drakestraße ist wild: Es kann durchaus vorkommen, dass das Meer bei Ihrer Durchfahrt so ruhig ist, dass die Meerenge eher einem See ähnelt. Keine Spur der gefürchteten Riesenwellen, dafür Flaute – diesen Zustand bezeichnet der Begriff „Drake Lake“.
Manche Passagiere sind sogar etwas enttäuscht, wenn sie auf ihrer Reise in die Antarktis statt des erwarteten „Drake Shake“ nur die seichte Variante, den „Drake Lake“, erleben. Da Sie auf Ihrer Antarktis-Expedition die Drake-Passage in der Regel jedoch zweimal durchfahren, haben Sie gute Chancen, dass Sie zumindest auf einem der beiden Wege die von Ihnen gewünschten Wetterbedingungen erleben dürfen.
Alle, die selbst schon einmal in der Antarktis waren, werden Sie wie unter Verbündeten fragen: „Drake Shake oder Drake Lake?“ Und Sie werden mit leuchtenden Augen voller Erinnerungen und einem wissenden Lächeln mitreden können.
Drake-Passage: 3 Tipps für Ihre Kreuzfahrt
Sollten Sie ein- oder zweimal den Drake Shake erleben und die stürmische See Ihnen zusetzen, haben wir drei Tipps für Sie, die Ihnen dabei helfen, den wildesten Meeresabschnitt der Erde zu erobern.
1. Buchen Sie die ruhigste Kabine
Die Kabinen mit der geringsten Rollbewegung über wippende Wogen befinden sich auf dem untersten Deck in der Schiffsmitte.
Buchen Sie Ihre Kabine aber bitte nicht ausschließlich aus Angst vor dem Drake Shake. Ihre Reise hat so viele andere Aspekte. Nach der Drake-Passage werden Sie Ihren privaten Balkon oder die großen Aussichtsfenster auf den oberen Decks für den Blick auf Eisberge, Wale und Pinguine in der Mitternachtssonne lieben. Und das wird der weitaus größere Teil Ihrer Reise sein.
2. Nutzen Sie jede Gelegenheit, an Deck zu sein
Unter freiem Himmel lässt sich der Blick auf das weite Meer am besten genießen. Beobachten Sie bei ruhiger See Albatrosse, Pinguine und Wale, während Sie die frische salzige Seeluft einatmen und Ihnen gleichzeitig die Aussicht den Atem verschlägt.
Nutzen Sie diese Zeit, denn wenn die See rauer wird und der Wind zunimmt, kommt der Moment, in dem Kapitän und Crew Sie per Durchsage informieren, dass die Außendecks geschlossen werden. Dann empfehlen wir Ihnen, sich das beeindruckende Naturschauspiel durch die bruchsicheren Fenster anzusehen und den tosenden Wellen aus dem Schiffsinneren zu lauschen.
Oder Sie machen es sich in Ihrer Kabine im Liegen gemütlich und lassen Sie sich von den Wellen sanft in den Schlaf schaukeln. Vertrauen Sie. Halten Sie nicht dagegen. Entspannen Sie und rollen Sie mit. Einige Schiffe haben auch Gurte im Bett, die Ihnen noch einmal besseren Halt geben.
Und falls Sie bei stürmischer See nachts auf die Toilette müssen: Immer gut festhalten!
3. Beugen Sie Seekrankheit vor
Falls Sie noch mit sich und Ihrer Seefestigkeit hadern, gibt es hervorragende Mittel, die Sie bereits vorbeugend nehmen können, dazu zählen:
- Kaugummis
- Tabletten
- und Pflaster (Vorsicht: Nebenwirkungen möglich!)
Andere Reisende schwören auf Akupunktur-Armbänder oder natürliche Mittel wie Ingwer (als Wurzel oder Gingko-Tabletten).
Wir sind keine Ärzte und können keine medizinischen Empfehlungen geben. Bitte lassen Sie sich vor Ihrer Reise von Ihrem Hausarzt oder Ihrer Hausärztin individuell beraten (auch um Wechselwirkungen zu vermeiden), damit Sie mit den für Sie passenden Medikamenten an Bord gehen können. Selbstverständlich können Sie auch den Schiffsarzt bei Bedarf auf Ihrer Reise konsultieren. Er oder sie ist ebenfalls gut sortiert und wird vor Ort beraten und unterstützen.
Achten Sie jedoch darauf, nicht zu übermedikamentieren. Tabletten müssen auch zum Beispiel teilweise eingenommen werden, bevor Ihnen flau wird (Packungsbeilage beachten!). Einige Pflaster sollte man schon ab dem Vortag der Einfahrt in die Drake-Passage tragen. Es lohnt sich, die Nebenwirkungen bereits vor der Reise zu testen. Auch eine Ingwer-Kur vor der Reise kann eventuell helfen.
Wichtig ist auch, nicht nüchtern zu bleiben: Essen Sie leichte Kost und trinken Sie viel Wasser.
Neben gezielt eingesetzten Medikamenten bestehen Sie mit innerer Ruhe auch die raueste See. Vertrauen Sie der erfahrenen Crew, die Sie sicher und gesund an Ihr Ziel bringen wird: die Antarktis. Spätestens beim Anblick der unglaublichen Eislandschaften ist jegliche Übelkeit ohnehin vergessen. Rückblickend auf Ihre Antarktis-Expedition mit den vielen Eindrücken, die Sie für Ihr Leben prägen werden, werden Sie sicher darüber schmunzeln, welche Gedanken Sie sich im Vorfeld gemacht haben.
Muss ich durch die Drake-Passage, um in die Antarktis zu kommen?
Vielleicht möchten Sie Zeit sparen oder unsere Insider-Tipps, wie Sie die Drake-Passage so entspannt wie möglich befahren können, habe Sie nicht besonders überzeugt. Dann können Sie die Drake-Passage natürlich auch umgehen.
Mit unseren Skip-the-Drake-Reisen fliegen Sie von Punta Arenas (Süd-Chile) nach King George Island (Südshetlandinseln) direkt in die Antarktis. Statt zwei Tage durch die Drake-Passage sind Sie nur etwas über vier Stunden unterwegs. Unschlagbarer Vorteil einer Flugreise ist die Sicht aus der Vogelperspektive auf die Drake-Passage.

Die Route einer Fly&Cruise-Reise in die Antarktis
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Fazit: Die Drake-Passage macht eine Antarktis-Reise komplett
„Spektakulär“, „unvergesslich“, „muss man erlebt haben“ – das sagen Menschen, die die Drakestraße bereits durchfahren haben. Und auch inventia-Inhaberin Stephanie Graf kann diese Eindrücke nur bestätigen und kann Sie beruhigen:
Wenn ich die Drake-Passage geschafft habe (übrigens schon mehrere Male), dann schaffen Sie das auch!
Stephanie Gräf, Spezialistin für Once-in-a-Lifetime-Reisen
Das Durchfahren der Drake-Passage macht Ihre Antarktis-Reise erst komplett. Spüren Sie die Energie der Wassermassen und vor allem sich selbst in der unendlich scheinbaren Weite des Meeres. Wir versprechen Ihnen: Die Drake-Passage wird immer noch Thema sein, wenn Sie Jahre später über Ihre Antarktis-Reise sprechen.
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Stephanie Gräf
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